Stadtrand Urbanismus

Sie haben es in meinen Kopf geschafft

Lukas Matzinger will keine Angst haben

Stadtleben | aus FALTER 30/16 vom 27.07.2016

Was würde ich tun, wenn er in mein Abteil einstiege, der Wahnsinnige, der so weit unten ist, dass er denkt, oben zu sein? Wenn er schrie, was er hasst in dieser Welt und was er zu lieben glaubt und warum er sich vorgenommen hatte, der Nicht-seinen-Welt wehzutun.

Wenn er den Abzug eines Gewehres zöge oder den Zünder einer Bombe drückte, wenn er sich seine Hirngespinste und sein Zukurz-gekommen-Sein von der Seele schießen wollte.

Würde ich schreien? Laufen? Mich auf den Boden werfen? Würde es wehtun oder gleich vorbei sein? Wo würde er anfangen? Vorne? Hinten? Könnte ich dem Kind neben mir helfen?

Würde ich das Fenster einschlagen? Oder die rote Bremse ziehen, die man in Notfällen ziehen soll? Würde das helfen?

Würde ich es verhindern wollen? Ihn anspringen? Den Nothammer herausreißen und ihm, so fest ich kann, auf die Fontanelle schlagen? Würde ich mich das trauen? Würde ich schnell genug sein? Würde ich dann ins Fernsehen kommen?

Nichts tue ich, gar nichts. Außer hier zu sitzen und mich fragen, warum ich hier sitze und mich solche Sachen frage.


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