"ANGST?... ICH HABE KEINE ANGST"

Niki Lauda wäre vor vierzig Jahren während eines Formel-1-Rennens beinahe verbrannt. Die Überwindung des Todes und drei WM-Titel haben ihn zu einer unantastbaren Heldenfigur gemacht. Ein Gespräch über Angst, Risiko und die Gefahr des Rechtspopulismus

Stadtleben | Interview: Johann Skocek | aus FALTER 30/16 vom 27.07.2016


Foto: Picturedesk/Laif/David Payr

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Vor vierzig Jahren, am 29. Juli 1976 fuhr der Motorsportjournalist Helmut Zwickl mit Niki Lauda um den Nürburgring. Bei Kilometer 10,5 verlangsamte Lauda die Fahrt und sagte: „Schau mal, wenn da was passiert, krachst direkt in die Felsen.“ Drei Tage später schlug der Ferrari des regierenden Weltmeisters und WM-Führenden genau dort einen Haken nach rechts, prallte in die Felsen und explodierte. Ein Bub hielt den Unfall mit seiner Super-8-Kamera fest. In seinem Buch „Man stirbt nur einmal“ erzählt Zwickl, dass Lauda wegen der Gefährlichkeit der Strecke für einen Boykott des Rennens plädiert hatte, bei den Kollegen aber nicht durchgekommen war.

Laudas ist, wie sonst nur noch Hermann Maier durch dessen lebensgefährlichen Sturz in der Abfahrt von Nagano 1998, in den Raum des Heldentums getreten, den andere Sportler nie erreichen. Gunter Gebauer, deutscher Sportphilosoph und Professor an der Freien Universität Berlin, nennt diesen nur wenigen Sterblichen vorbehaltenen Bereich den Raum „an der Grenze, hinter der die Herausforderung der Götter“ beginne.


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