Landrand Ruralismus

Wieder ein schöner Brauch beim Teufel

Gerlinde Pölsler gibt die Argumente der Fasan-Auswilderer vor dem LVWG frei

Landleben | aus FALTER 30/16 vom 27.07.2016

Es wird immer enger in diesem Land, immer mehr redet der Staat einem drein, und sei's bei den harmlosesten Vergnügungen. Im Schloss Thal bei Graz ist sie seit Jahren eine schöne Tradition: die Fasanenjagd am Stefanitag. Ein den hohen Festtagen würdiges Ereignis, wenn die bunten, erst wenige Monaten jungen Vögelchen zwischen den Bäumen umherhetzen und das Blut den Schnee färbt. Auch der ungeübteste Jäger erlebt da einmal die Freude des Erlegens. So stimmungsvoll, dass sogar Gäste aus Hamburg eigens anreisen.

Auf einmal aber darf man nicht mehr 1500 Fasane auswildern, sagt das Landesverwaltungsgericht. Im eigenen Wald! Die man selbst von einer Fasanerie gekauft hat! Man dürfe das nur zur Bestandsstützung, nicht, damit man mehr zum Schießen hat. Nicht mitkalkuliert haben die Banausen, dass bis zu ein Drittel der zahmen Tiere nach zwei Monaten in freier Wildbahn ohnehin tot ist. Überhaupt hat der Gesetzgeber die Jagd immer auch als Freizeitbeschäftigung gesehen, was wollen die Erbsenzähler also. Aber dann sich wundern, wenn manch einer gleich nach Afrika fliegt das nächste Mal, wo auch die Trophäen ein bisschen größer sind.


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