Ein Jahr auf Lampedusa

Im Film "Seefeuer" wird eine große europäische Tragödie verhandelt

Feature: Michael Omasta | Feuilleton | aus FALTER 30/16 vom 27.07.2016

Es sind zwei komplett voneinander isolierte Welten, die Gianfranco Rosi in seinem neuen Kinodokumentarfilm "Seefeuer" zeigt. Die eine ist die der Flüchtlinge, die seit Jahren zu Zigtausenden über das Meer nach Lampedusa kommen; die andere die der Inselbewohner, personifiziert durch den zwölfjährigen Samuele und seine Familie, die seit Generationen vom Fischfang lebt.

"Es gibt keinen Kontakt, und ohne Interaktion keine Integration", benennt der Filmemacher ein Grundübel der europäischen Asylpolitik. "Früher strandeten die Flüchtlinge direkt auf Lampedusa. Mit Einrichtung der Rettungsoperation Mare Nostrum im Herbst 2013 wurde die Grenze aufs offene Meer hinaus verschoben und damit auch jeder Kontakt zwischen Einheimischen und Migranten unterbrochen: Diese kommen nachts an, man bringt sie ins Aufnahmezentrum, versorgt sie, stellt ihre Identität fest, und zwei Tage später werden sie aufs Festland transportiert. In gewisser Weise kann man diese Segregation heute als Metapher für ganz

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