ÖSTERREICHS ÖSTERREICH

Erst vor 200 Jahren kam das Erzbistum Salzburg zu Österreich. Seither ist die Barock- und Mozartstadt der ideologische Steinbruch der Nation, behaupten zwei große Jubiläumsausstellungen


Panorama: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 30/16 vom 27.07.2016


Foto: Museum der Moderne

Foto: Museum der Moderne

In Bildungsmetern gemessen ist der Salzburger Mönchsberg ein Großglockner. Der Aufstieg führt von Denkmal zu Denkmal. Eine Tafel zitiert den Dichter Georg Trakl, der die landschaftlichen Schönheiten pries, an jedem Haus erinnert eine Inschrift an prominente Bewohner. Touristen stapfen in Kolonnen den steilen Weg auf den felsigen Hügel hinauf, vorbei an mittelalterlichen Mauern, feudalen Villen und einem Gasthaus namens Stadtalm. Oben im Museum der Moderne warnt Direktorin Sabine Breitwieser davor, Salzburg als reines Klischee wahrzunehmen: „Es ist nicht alles nur schwarzweiß.“

Vor 200 Jahren wurde als Folge der napoleonischen Kriege aus dem eigenständigen Erzbistum ein Teil des Kaisertums Österreich. Zwei große Ausstellungen blicken auf die Geschichte Salzburgs zurück und arbeiten jene vertrackte Dialektik heraus, die das Reizvolle und Abstoßende des Ortes ausmacht. „Anti:modern“ im Museum der Moderne Salzburg konzentriert sich auf das 20. Jahrhundert, als die Stadt an der Salzach zum Kampfplatz der Ideologien wurde. Die Landesausstellung „Bischof. Kaiser. Jedermann“ im Salzburg Museum geht weiter zurück und erzählt den Aufstieg einer verarmten Provinzstadt zur nationalen Ikone.

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