Impulstanz Kritik

Unterirdische Träume eines einsamen Sängers

Lexikon | MP | aus FALTER 30/16 vom 27.07.2016

Ihr Gesicht ist geschminkt wie hinter Gefängnisgittern. In der Unterwelt des Museums moderner Kunst erzählt eine Frau von ihren Träumen. Sie haben mit Orpheus zu tun, dem Sänger, der sich verbotenerweise umdrehte, um seine geliebte Eurydike anzusehen, und sie dadurch verlor. Christoph Willibald Gluck hat vor 250 Jahren eine Oper dazu geschrieben, Jule Flierl davon ausgehend die Soloperformance "Operation Orpheus" entwickelt. Bedrängt vom Publikum bleibt die deutsche Choreografin und ehemalige Gogotänzerin stets ganz bei sich, ihren selbstvergessenen Bewegungen und ihrer präzisen Singstimme. Nach 40 Minuten ist alles vorbei und die Künstlerin entschwebt mit dem Aufzug gen Himmel. Operation gelungen, Publikum etwas ratlos. Eine hübsch verspielte Miniatur.

Mumok, Mi 19.00


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