Digitalia

IT-Kolumne

Medien | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 31/16 vom 03.08.2016

Wer sich Anfang der Nullerjahre das Musiktauschprogramm Napster auf den Rechner saugte, konnte den Geist der digitalen Revolution förmlich schmecken. Da hockte man vor seinem 56K-Modem, das beim Start Geräusche machte, die einem heute nur noch ins Ohr dringen, wenn man versehentlich eine Faxnummer anruft. Man suchte Songs im World Wide Web, klickte, wartete, bis sich der Balken füllte, der sich zog wie ein herabhängender Pechtropfen. Und dann war es da: das Lied. Gratis und ohne ins Geschäft zu rennen. Man dachte, das sei normal. Tatsächlich war es Raub und das Ende des herkömmlichen Musikbusiness.

Das änderte alles. Last.fm, Myspace, SoundCloud, Spotify. Alles war neu und bald schon wieder alt. Wer Lieder rechtmäßig erwerben will, damit auch der Künstler okaye Kohle sieht, macht das wohl im Apple-iTunes-Store. Nun, die teure persönliche Erkenntnis der letzten Tage: Kauft man einen iTunes-Gutschein im Ausland, gilt er nicht, denn er lässt sich nicht einlösen. Da hat der Künstler nix davon. Sondern nur der große Apple-Konzern.


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