Dschihad und Selbstzensur der Medien

Nina Scholz und Heiko Heinisch halten ein eindruckvolles Plädoyer für die Meinungsfreiheit

Rezension: Kirstin Breitenfellner | Politik | aus FALTER 31/16 vom 03.08.2016

Die Jahrzehnte, in denen man, ob journalistisch, künstlerisch oder wissenschaftlich tätig, nichts Schlimmeres zu befürchten hatte als eine Klage, scheinen nun ihrem Ende entgegenzugehen", stellen Nina Scholz und Heiko Heinisch zu Beginn ihres Buchs "Charlie versus Mohammed" fest.

Spätestens seit dem Attentat auf die Redaktion der Pariser Satirezeitung Charlie Hebdo im Jänner 2015 wissen Journalisten, dass sie mit ihrem Leben spielen, wenn sie sich kritisch über den Islam äußern. Aber nicht nur Journalisten haben Angst, auch Komiker wie Harald Schmidt oder der türkischstämmige Kabarettist Kaya Yanar geben freimütig zu, Witze über den Islam zu vermeiden, weil sie "noch etwas länger leben" wollen.

Schon bald nach dem Attentat wurde - auch und gerade aus dem linken politischen Spektrum - aber auch Kritik an den Mohammed-Karikaturen der Satirezeitschrift laut. Nach dem Motto: Wer keinen Respekt vor den religiösen Gefühlen anderer zeigt, ist selbst schuld.

Das Problem sehen Scholz

  852 Wörter       4 Minuten
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