Stadtrand Urbanismus

Warum hassen mich Wiens Bademeister?

Lukas Matzinger ist einer der gefährlichsten Randspringer der Stadt

Stadtleben | aus FALTER 31/16 vom 03.08.2016

Wurscht, in welches Bad ich gehe, es ist immer das Gleiche. Vom Höpflerbad in Atzgersdorf bis zum Strandbad Alte Donau: Ich muss mich damit abfinden, dass mich die Bademeister Wiens, diese braunweißen Häferln, ganz einfach hassen.

Die Kinder dürfen sich in die Goschen hauen und in der Rutsche das Wasser zusammenstauen, bis es oben rausläuft und vom Sockel aus voll aufs Kreuz des zuvor Gesprungenen zielen, aber wenn ich mich einmal von der vorletzten Stufe ins Wasser fallen lasse, wird das als Randsprung gewertet und mit einem Pfiff geahndet. Ich brauche nur schief zu schauen und werde mit 30 Minuten Badeverbot belegt.

Dann schleppt er sich her, der Pfeifer mit Blick fürs Unwesentliche, in weißem Poloshirt, um mich zurechtzuweisen: "Taucherbrillen sind im Schwimmerbecken untersagt.""Bitte sich nicht in der Mitte des Beckens aufzuhalten.""Diesen Sessel können Sie nicht verwenden.""Das Essen ist in diesem Bereich nicht gestattet." Ja, eure Durchlaucht!

Aber die tätowierten Sonntags-Krone-Leserinnen können ihre Gauloises-Stummeln ungerügt auf der ganzen Liegewiese verteilen, oder was?


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