Angst haben, aber richtig

Angstfreiheit ist eine gefährliche Illusion. Warum wir das Fürchten lernen müssen


Mutprobe: Nina Brnada
Politik | aus FALTER 31/16 vom 03.08.2016

Woran man so alles sterben kann! Wenn man zum Beispiel in der Konferenz aus Langeweile am Kugelschreiber nagt oder es im Sommerurlaub beim Fischessen mit den Gräten nicht so genau nimmt. Was nach Slapstick klingt, rafft jährlich das Leben hunderter Europäer dahin. Allein in Deutschland holten sich 300 Menschen den Kulitod, sie verkutzten sich an Einzelteilen von Stiften, 500 Menschen jährlich bleibt der Fischknochen im Hals stecken, mit tödlichen Folgen, berichtet das deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Lauter gefährliche Begebenheiten und vor allem eine viel wahrscheinlichere Todesursache als ein Anschlag. Damit beschwichtigt man dieser Tage in diversen Kommentaren und Interviews, Aufzählungen und Infografiken. Selbst in der Kronen Zeitung - nicht gerade das Zentralorgan der Furchtlosen - stand erst kürzlich geschrieben, die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Anschlags zu werden, läge bei eins zu 27 Millionen.

Man geht freitags nach der Arbeit noch ins Einkaufszentrum, um sich

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