Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 31/16 vom 03.08.2016

Es gibt nichts Neues mehr. Manche halten die Entwicklung der Popmusik für abgeschlossen. In ihren Augen formen die Sounds der Vergangenheit die Hits von heute, als wäre die Musik ein von Untoten bevölkertes Gespensterschloss. Die TV-Serie "Stranger Things" ist eine filmische Geisterjagd. Darin geht es um drei Burschen, die im Jahr 1983 einen verschwundenen Freund suchen und dabei ein geheimes Forschungslabor der US-Regierung entdecken. Das Motiv der jugendlichen Nerds auf Fahrrädern erinnert an den 80er-Jahre Klassiker "E.T.", der Sound und die Grafik an "Ghostbusters", einen weiteren Kinohit jener Zeit. Die Horrormotive wiederum sind Zitate aus "Alien".

Die Retrokulisse wäre perfekt, hätte man nicht auch noch eine Hommage an die Slacker-Ära der 90er-Jahre in das Werk reingepackt. Ein Protagonist imitiert mit seinen halblangen Haaren und seiner Schüchternheit den jung verstorbenen River Phoenix. Seine Filmmutter ist Winona Ryder, ein weiterer Star der Generation Weltschmerz. Dank kosmetischer Eingriffe sieht die inzwischen 45-Jährige aus wie ein Teenager. Angst!


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