"Kino war mir eher fremd"

Die Schauspielerin Greta Gerwig ist ein Star des unabhängigen US-Kinos. Ein Gespräch über Knutschen mit Ethan Hawke, die Filmkarriere von Frauen und den Hass im Netz

Feuilleton | Interview: Julia Pühringer | aus FALTER 31/16 vom 03.08.2016

Greta Gerwig ist die aufregendste Erscheinung des amerikanischen Independentfilms heute. 2013 feierte sie als verhinderte Balletttänzerin Frances Ha ihren ersten großen Erfolg; das Drehbuch zum gleichnamigen Film schrieb sie sich - zusammen mit Regisseur und Ehemann Noah Baumbach - selbst auf den Leib. Aktuell ist die Schauspielerin in zwei Filmen im Kino zu sehen: in Todd Solondz' episodischer Tragikkomödie "Wiener Dog" und in "Maggie's Plan" von Rebecca Miller -erneut das Porträt einer sympathischen Nervensäge, die in New York ihren meist unerfüllbaren Träumen nachhängt.

Falter: Ist "Maggie's Plan" eine neue Form der romantischen Komödie?

Greta Gerwig: Für mich steht der Film in der Tradition der "comedy of remarriage" von Regisseuren wie Howard Hawks, Ernst Lubitsch oder George Cukor. Paare, die sich getrennt haben, machen etwas durch, das sie wieder zusammenbringt. Ich liebe diese Filme. Verglichen damit hat die romantische Komödie völlig an Biss verloren. Heute besteht der


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