Zeit, Medien in die Pflicht zu nehmen

Die Berichterstattung über Amokläufer muss sich ändern. Denn sie erzeugt einen Nachahmungseffekt

Gastkommentar: Saskia Jungnikl | Falter & Meinung | aus FALTER 31/16 vom 03.08.2016

Als ich Journalistin war und mein Vater noch am Leben, habe ich über Suizide so geschrieben wie über andere Themen auch. Dann hat mein Vater sich getötet, ich war immer noch Journalistin, und als ich nach Jahren seinen Tod in einem Buch aufgearbeitet habe, da wusste ich schon um den Werther-Effekt: jene Suizidwelle, die einsetzte, nachdem Goethe sein Buch "Die Leiden des jungen Werthers" veröffentlicht hatte. Ich wusste auch um dessen Gegenüber, den Papagenoeffekt, der bei gelungener Berichterstattung zu weniger Suiziden führt.

Um beim Schreiben über dieses schwierige Thema keine Fehler zu machen, habe ich mit Experten, mit Ärzten und Psychologen geredet, denn es ist nicht so wichtig, ob Medien über Suizid schreiben, aber ganz entscheidend, wie sie das tun. Ähnliches gilt bei Amokläufen. Bei beiden Themen kann eine falsch geratene Berichterstattung einen Nachahmungseffekt erzeugen.

Wie darüber berichtet wird, kann also helfen und unterstützen, aber auch alleine lassen und anlassgebend

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