Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 31/16 vom 03.08.2016

Manchmal wirft die Arbeitskultur im Falter Fragen auf. Oder besser gesagt: Die Arbeit der Kulturredakteure im Falter. Etwa Gerhard Stöger. Der kuratierte gerade gemeinsam mit der Sängerin Ankathie Koi das viertägige Popfest, zu dem vergangene Woche 60.000 Menschen pilgerten. Für den Falter interviewte er trotz der Riesenveranstaltung nebenbei schnell mal den Liedermacher Konstantin Wecker und bastelte daraus gleich die dieswöchige Covergeschichte. Wie macht das dieser Stöger? Und wenn ja, wie viele Leben hat dieser Mensch?

Oder anderes Beispiel: Stefanie Panzenböck. Die haut - weil ja der Stöger bereits das halbe Feuilleton vollgeschrieben hat und gerade kein Platz mehr im Stammressort war - eine dreiseitige Aufmacher-Geschichte über eine Kulturinitiative im Waldviertel im Ressort Landleben raus. Nebensatz: Panzenböck ist seit einer Woche auf Urlaub.

Am stressigsten Tag der Woche, dem Produktionsmontag, erscheint die Urlaubende gar leibhaftig in der Redaktion. Wenn man sie mit großen Augen anstarrt und einem ein leises, aber verständnisloses "Warum?" aus dem Mund fällt, antwortet sie, sie habe ja eh schon einen wunderschönen freien Tag gehabt. Es sei ohnehin schon Nachmittag, da könne sie auch noch schnell ihre Geschichte ins Layout packen.

Klar, sie bleibt dann doch wieder länger und hilft den Kollegen wie immer noch beim Befüllen der kleinen Elemente, die nicht namentlich gekennzeichnet sind und einem persönlich nichts bringen. Außer der großen Anerkennung der Kollegen.


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