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Politik | aus FALTER 32/16 vom 10.08.2016

Blick nach Osten

Eine graduell auftretende Krankheit hat die nach dem Zusammenbruch des Kommunismus sich konkurrenzlos wähnende demokratische Welt erfasst: die Erosion der Demokratie.

Die neue Ausgabe der Zeitschrift Transit widmet sich den illiberalen Demokratien in Ungarn, Polen, Russland und der Ukraine; ein Text befasst sich -lange vor dem Putsch geschrieben -mit dem Spieler am Bosporus, also dem türkischen Staatspräsidenten. Der Politologe Jan-Werner Müller erläutert den Begriff der illiberalen Demokratie und gibt erstens zu bedenken, dass er Autokraten in die Hände spielt, denen damit immerhin noch Demokratie attestiert wird. Zweitens erinnert er daran, dass auch in den westlichen Demokratien nicht alles zum Besten steht. Die Herausgeber versehen die Rückkehr der illiberalen Demokratie immerhin mit einem Fragezeichen. AT

Transit - Europäische Revue. Heft 48: Rückkehr der illiberalen Demokratie? Verlag Neue Kritik, 184 S., € 14,80

Blick nach Westen

In die geografisch andere Richtung blicken die Blätter für deutsche und internationale Politik; gleich vier Beiträge analysieren den Brexit und seine Folgen für die Europäische Union.

Britannien nach dem Brexit, Europa vor dem Exit?, lautet die Titelfrage. Falter-Autor Stefan Schulmeister erklärt als einer der vier, warum der Euro sich nicht ohne kriegerische Begeitumstände auflösen lässt. Der französische Philosoph Didier Eribon erklärt, wie aus Linken Rechte werden, und der Politologe Dieter Boris widerspricht Jan-Werner Müllers vielgelesener Populismuskritik, weil diese linken und rechten Populismus undifferenziert gleichsetze. A T

Blätter für deutsche und internationale Politik. Heft 8/2016: Nach dem Brexit. Blätter-Verlagsgesellschaft, 184 S., € 10,-


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