Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Single Malt Scotch Whisky

Der finstere Whisky aus der dunklen schottischen Höhle


BW
Stadtleben | aus FALTER 32/16 vom 10.08.2016

Im Leben ist es ja im Allgemeinen so: Wer über verschiedene Erfahrungen verfügt, der ist auch zu Vergleichen fähig; der Unerfahrene hingegen ist seinen ersten Eindrücken ausgeliefert. Letzteres muss nicht unbedingt einen Nachteil bedeuten, denn mitunter fallen dem Novizen Dinge auf, die der Experte übergeht. Dies quasi als kleine Entschuldigung vorweg, denn die Autorin dieser Zeilen ist bei Gott keine Whisky-Kennerin, dennoch ist der Ardbeg Dark Cove, eine neue limitierte Single-Malt-Abfüllung, auf ihrem Tisch gelandet.

Pflichtbewusst hat sie ihn verkostet und nachgelesen, was Auskenner über dieses honigfarbene Destillat schreiben: Starke Noten von Bitterschokolade mit etwas Orange, kandiertem Toffee, Kaffee und Eiche in der Nase und ein Hauch von rauchigem Lagerfeuer im Hintergrund werden ihm nachgesagt. Das Gefühl im Mund sei fast herb oder limettenschalig. Anklänge an glimmende Holzkohle und Holzpolitur würden über den Gaumen huschen, während Noten von Rosinen, Datteln und Ingwer über einem anhaltenden Schatten von Teeröl lägen. Der Widerhall von geräuchertem Schinken und tintenfischgeschwärzten Nudeln würde den langen und würzigen Nachhall signalisieren. Klingt abenteuerlich. Erinnert an die Whiskyschmuggler und ihre dunklen Verstecke, nach denen diese Abfüllung benannt ist. Die Novizin kann sagen: Der Dark Cove schmeckt. Tatsächlich auch nach Lagerfeuer.

Rezensierte Getränke wurden der Redaktion fallweise umsonst zur Verfügung gestellt


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