Zeit am Schirm

TV-Kolumne


MATTHIAS DUSINI
Medien | aus FALTER 32/16 vom 10.08.2016

Anderswo, das klingt so toll: neue Kulturen, exotisches Essen, fantastische Landschaften. Auslandssemester oder Weltreise sind längst Standards im Lebenslauf der Generation Fernweh. Die tatsächliche Auswanderung nach "Weit, weit weg" wagen aber meist nur zwei Sorten von Menschen: die, die es sich leisten können und auch in der Fremde finanziell einigermaßen abgesichert sind, und die -und das ist die bedeutend größere Gruppe -, die nichts mehr zu verlieren haben.

Da Letztere nicht selten beträchtliche Bildungsdefizite mitbringen, tun sich diese Glücksritter in der neuen Heimat mitunter ziemlich schwer: In der Doku-Soap "Goodbye Deutschland", die auf dem deutschen Sender Vox läuft, kann man deshalb regelmäßig Hartz-IV-Empfänger beim unsanften Zusammenstoß mit der Auswanderer-Realität beobachten. Etwa wenn sich herausstellt, dass Deutsch überraschenderweise doch keine Weltsprache ist und in anderen Ländern nicht nur andere Gepflogenheiten, sondern auch andere Gesetze gelten. Pardauz! Da zeigt sich dann oft, dass Integration leichter gesagt als getan ist.


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