Essen nach Farben

Huldigen Sie dem Sommer für mich mit. Ich habe leider keine Zeit dafür -aber ein Rezept


GERICHTSBERICHT: KATHARINA SEISER
Stadtleben | aus FALTER 32/16 vom 10.08.2016

Augen auf bei der Wahl des Berufs! Meiner ist gewiss einer der schönsten überhaupt. Jetzt im Sommer wünschte ich mir aber manchmal, es wäre etwas anderes aus mir geworden. Während die einen urlauben und die anderen sommerfrischeln, sitze ich in meiner Kemenate und schreibe. Redigiere, kürze, vergleiche, suche, finde, registriere.

Kochbücher, die im Herbst erscheinen, gehen spätestens Mitte August in Druck. Das heißt: Die letzten Wochen davor schwimme ich in Buchstabensuppe statt im Fuschlsee. Da tue ich mir leid. Aber nicht nur deshalb.

Das Schönste am Spätsommer ist für mich die rotgoldene, orange und gelb leuchtende Pracht: zuerst die Marillen und die ersten Paradeiser, dann Pfirsiche und noch mehr Paradeiser, dazwischen ein paar -oder heuer sehr viel mehr -Kriecherln und endlich richtig große, vollreife Paradeiser.

Bis vor sechs Jahren hätte ich mich jedes Jahr wieder dieser Pracht hingegeben, sie bestaunt, wäre im leichten Leinenkleidchen (okay, ich habe keines) barfuß

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