Sport Glosse

Du sollst dir kein Bildnis noch gratis irgendein Gleichnis machen

Stadtleben | Johann Skocek | aus FALTER 32/16 vom 10.08.2016

Das IOC ist eine Art Konzil. Mindestens. Die Entscheidungen seines Präsidenten sind unfehlbar. Sogar wenn er wie Thomas Bach ein Deutscher ist. Er erließ ein neues Dogma, dem zufolge "die Verwendung von olympischem Material ausdrücklich verboten (ist), das in grafisch animierte Formate wie animierte GIFs, GFY, WebM oder kurze Videoformate wie Vines und andere umgewandelt wird". Die olympischen Ringe und andere Zeichen dürfen nur von IOC-Partnern, Priestern gleich, verbreitet werden. Das von Gott oder dessen Vorgesetztem eingesetzte IOC ist mit dem Bilderverbot auf der fundamentalistischen Entwicklungsstufe des Alten Testaments angelangt. Angesichts der in Teilen der Welt stattgehabt habenden Aufklärung noch kein drastischer Fortschritt. Aber ein Vaterunser weiter als die bisher herrschende Naturreligion des Sports, die in jedem Kicker, Sprinter oder Schwimmer eine Gottheit vermutete. Das IOC hat klargestellt, dass es keine Sekten neben sich duldet. Und die anzubetenden Götter wählt es selber aus. Gegen eine kleine Spende an die Marketender in der Kirche, vulgo Sponsoren, kann das Volk eh mitfeiern. Jesus, der die Händler und Geldwechsler aus dem Tempel vertrieb, ist Neues Testament. Warten und beten.


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