Kunst Kritiken

Gern mit dem Spiegel in der Hand

Lexikon | NS | aus FALTER 32/16 vom 10.08.2016

Der US-Künstler Jim Dine wurde einst als Pop-Artist bekannt und wird heute noch gern in diese Schublade gesteckt, in die er nach eigener Meinung nicht passt. Kürzlich schenkte der 81-Jährige der Albertina 230 Grafiken, allesamt Selbstporträts, von denen nun ein Teil in der Schau "I Never Look Away" zu sehen ist. Die Enttäuschung: Bis auf die frühen Collagen um 1958 stellt sich Dine durchgehend realistisch dar. Zwar dekliniert er im Verlauf von 50 Jahren sämtliche Techniken durch - von Kohle, Kreide, Pastell bis zu Lithografie und Radierung -, aber immer blickt der gleiche "grumpy old man" mit Nickelbrille und Kinnbart von den rund 60 Kopfbildern. Man muss also schon ein heftiger Fan des Künstlers sein, um in dieser Schau nicht zu gähnen.

Albertina, bis 2.10.


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