An jedem Toten fünf Dollar verdient

In dem Meisterwerk "Schlachthof 5" verarbeitete Kurt Vonnegut seine Zeit als Kriegsgefangener in Dresden

Feuilleton | Lektüre: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 33/16 vom 17.08.2016

Was gibt es schon groß Schlaues zu sagen über Krieg, Tod und andere Katastrophen? Eben. Ein lakonisches "So it goes" als Kommentar langt eigentlich. Immer wenn in Kurt Vonneguts Roman "Schlachthof 5" (1969) jemand stirbt - und in dem autobiografisch gefärbten Werk über die Bombardierung von Dresden werden eine Menge Tote verzeichnet -, steht dieser kleine, harmlos wirkende Satz. Gregor Hens überträgt ihn in seiner Neuübersetzung des Buchs als "Wie das so ist".

Neben seinem Humor, den er sich bei allem Pessimismus hinsichtlich des Lebens auf unserem Planeten und einer gewissen Grummeligkeit als Wesensmerkmal immer behielt, war es nicht zuletzt dieser "Wie das so ist"-Fatalismus, der Vonneguts Werk prägte. Dass er oder sonst jemand den Lauf der Dinge in irgendeiner Weise ändern könnte, daran glaubte er nicht. Die Erde sei der einzige Planet, deren Bewohner das Konzept des freien Willens kennen würden, witzelte er an einer Stelle von "Schlachthof 5". Wenn es hier unten ganz ungemütlich


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