Keine Angst vor Streichern

Alles außer Hip-Hop: Der Tenorsaxofonist Kamasi Washington macht den Jazz wieder hip

Feuilleton | Rezension: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 33/16 vom 17.08.2016

Kamasi Washington ist mit seinem Album "The Epic" 2015 ein ungewöhnlicher Brückenschlag gelungen. Zum ersten Mal seit langem wurde das Debüt eines Jazzers nicht nur medial stark wahrgenommen, der Tenorsaxofonist aus Los Angeles erreichte mit seiner Musik auch ganz unterschiedliche Hörerschichten und tauchte am Ende des Jahres in vielen Bestenlisten von Musikmagazinen auf, die sich sonst um Pop oder elektronische Musik kümmern.

Als Türöffner diente seine Mitwirkung als Arrangeur auf dem letzten Album des Superrappers Kendrick Lamar, die ihm viel Aufmerksamkeit brachte. Auch zuvor war Washington schon mit Hip-Hop-und R&B-Künstlern wie Snoop Doog oder Chaka Khan getourt.

Doch das waren nur Jobs als Sideman, seine eigene Musik hat mit Hip-Hop rein gar nichts am Hut. Aufgewachsen als Sohn eines Saxofonisten und Flötisten, war ihm John Coltrane (Lieblingsalbum: "Transition") von Kind an näher als Dr. Dre. "The Epic" beginnt denn auch mit einer Nummer, die in zwölf Minuten eine schwindelerregende


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