Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Der Mann, der auf einem Spielplatz onanierte, starb im Arrest. Woran?

Politik | Lukas Matzinger | aus FALTER 33/16 vom 17.08.2016

Am Mittwoch vor zwei Wochen, um 18.25 Uhr, beobachteten Passanten einen Mann, der in einem Gebüsch neben dem Spielplatz im Alfred-Böhm-Park in Favoriten onanierte. Mehrere Zeugen riefen die Polizei. Nachdem dem Pädophilen von einem Unbekannten auf den Kopf geschlagen worden war, lief er nach Hause. Wo Polizisten den 46-Jährigen nur zwei Stunden später festnahmen. Sie kannten ihn, sie wussten, dass er gerade eine bedingte Haftstrafe wegen des Besitzes von Kinderpornografie verbüßte - weshalb er auch seinen Job in einem städtischen Kindergarten verloren hatte. Sie sperrten den alkoholkranken Mann zum Arrest in eine Zelle des Kommissariats Van-der-Nüll-Gasse, geplant für 48 Stunden.

Der Amtsarzt untersuchte ihn, wegen seiner Wunde am Kopf wurde er im Wilhelminenspital behandelt. Am nächsten Tag, Donnerstag, 15.44 Uhr, war er bereit für die Einvernahme. Seine Anwältin war anwesend, er gab an, sich gut und gesund zu fühlen, klagte nicht über Schmerzen oder Nöte.

Freitag, der letzte Arresttag, 9.30 Uhr: Als die Beamten den Mann wecken wollten, war er bereits tot. Laut Obduktion war er an einer Lungenembolie infolge einer tiefen Beinthrombose gestorben. Weder die Ärzte noch er selbst hatten dies bemerkt.


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