Die dunkle Seite der Stadt

Der Stadtguide Eugene Quinn führt zu den hässlichsten Gebäuden Wiens - neuerdings auch nachts

Feuilleton | Reportage: Luca Gasser | aus FALTER 33/16 vom 17.08.2016

Eugene Quinn steht in der orangen Hose eines Müllmanns auf dem Bordstein und hält ein absichtlich unschön gestaltetes Transparent hoch: zwei Zettel zerknittert auf zwei Zweige gesteckt. In der von Typografen zur hässlichsten Schriftart gewählten Comic Sans steht darauf "Vienna Ugly". Die korrekte Formulierung "Ugly Vienna" wäre zu schön gewesen. Um die 20 Nachtschwärmer haben sich zu Mitternacht vor dem Augarten versammelt, um sich von einem Engländer die schiachsten Gebäude Wiens zeigen zu lassen.

"Wien präsentiert sich in der Welt gerne von seiner süßen Seite, mit Walzer und Schokoladenkuchen. Ich bevorzuge jedoch die salzige Seite der Stadt", erklärt Eugene Quinn. Schönheit könne oft langweilig sein, so wie Monets Kunst oder Angelina Jolie. Das Gegenteil hingegen sei nie langweilig. Das erste Gebäude der Tour ist der Flakturm im Augarten. Nie fertiggestellt, sind diese "Macho-Bauten" der NS-Zeit nach Kriegsende einfach im beschaulichen Park stehengeblieben. Im Dunkeln


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