Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Der Aufstieg und Fall von Wiens großem Drogen-Supermakt

Politik | Lukas Matzinger | aus FALTER 33/16 vom 17.08.2016

Es sei "eine der schönsten Amtshandlungen 2016" gewesen, sagt Abteilungsinspektor Christoph Hackl über den Zugriff im April. In einem verkommenen Hinterhof in der Grohgasse in Margareten hatte die Polizei einen bemerkenswerten Drogengroßhandel aufgedeckt. Er hatte ein Jahr lang unentdeckt floriert.

Seit Anfang 2015 verkauften zwei Männer, 40 und 42, dort Drogen um rund 900.000 Euro. Kokain, Speed, Ecstasy, Marihuana - alles außer Heroin hatten sie in der alten Ledermanufaktur gebunkert und verkauften es an Stammkunden. Es gab fixe Öffnungszeiten und profunde Beratung, für Diabetiker war Birkenzucker zum Strecken da, Kostproben waren möglich. Die Ware galt stets als hochwertig und günstig, was den beiden an die 50 Kunden pro Tag einbrachte.

Jetzt erinnert nichts mehr an das frühere Treiben. Die Suchtkranken sind weg, die Fenster trüb und staubig. Tauben leben und sterben hier, das alte Leder gilbt vor sich hin.


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