Erinnerungen eines Roten, der wie ein Grüner dachte

Der Sozialdemokrat Erhard Eppler hat seine Memoiren geschrieben. Die Biografie eines Linken, der sich selbst nie als besonders links sah

Politik | Rezension: Simon Seher | aus FALTER 33/16 vom 17.08.2016

Erhard Eppler wird dieses Jahr 90 Jahre alt. Seit 60 Jahren ist er Mitglied der SPD. Wäre er später politisch aktiv geworden, wäre er vielleicht ein Grüner geworden. So aber blieb er immer ein grüner Roter.

Als Sohn eines Schuldirektors wuchs er in einem protestantischen Umfeld in Schwäbisch Hall auf. Politik war zu Hause nie ein großes Thema. Den Aufstieg der Nationalsozialisten nahm man in seiner Familie einfach hin, er wurde weder befürwortet noch kritisiert.

Auch der junge Eppler passte sich an. Jungvolk, Hitlerjugend, Flakhelfer. Eppler war Mitglied der NSDAP, wie die meisten damals. Als er gegen Kriegsende im KZ Bergen-Belsen verwundete Soldaten zu versorgen hatte, wurde er auch Zeuge der Gräueltaten der Nazis. Diese Bilder vergaß er nie.

Nach Kriegsende machte Eppler sein Abitur und begann ein Lehramtsstudium in den Fächern Englisch, Deutsch und Geschichte. Während des Studiums ging er immer wieder in die Schweiz, wo sich sein Demokratiebewusstsein bildete.

Eppler ging in


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