Der Menschenlieber

Willi Resetarits prägt Österreich seit knapp einem halben Jahrhundert mit seiner Musik und seinem Engagement: als linker Aktivist, Vorstadtprolet Kurt Ostbahn und Gründer des Integrationshauses


Porträt: Stefanie Panzenböck
Feuilleton | aus FALTER 33/16 vom 17.08.2016


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Die Wolken brauen sich über Floridsdorf zusammen und der Wind wird stärker. Willi Resetarits sitzt in seinem Garten am Bruckhaufen, alles blüht, die Bäume breiten ihre Äste aus, neben dem Tisch steht eine Hollywoodschaukel. Das Haus haben seine Eltern vor einigen Jahrzehnten für sich und ihre drei Söhne gebaut. Jetzt wohnt Resetarits hier mit seiner Frau Roswitha. Ein freundlicher Ort.

„Darf ich der Ostbahn Kurti sein?“, fragt Willi Resetarits, als er den Falter-Fotografen erblickt, und sein Gesicht verzieht sich zu einem breiten Lächeln. Er holt zwei schwarze Gläser aus der Hosentasche und steckt sie auf seine Brille. Verwandlung geglückt.

Willi Resetarits, 67, prägt Österreich seit knapp einem halben Jahrhundert mit seiner Musik und seinem gesellschaftlichen Engagement. 20 Jahre lang war er der Sänger der politischen Folkband Schmetterlinge, die vor allem in den 1970er-Jahren ein Sprachrohr der linken Bewegung war. Ab 1983 war Resetarits Kurt Ostbahn, der Bandleader der Chefpartie und später der Kombo. Mit Feinrippleiberl, schwarzen Sonnenbrillen und Piratentuch um den Kopf übernahm er die Rolle eines Vorstadtproleten, einer Figur, die der Schriftsteller Günter Brödl entwickelt hatte.

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