Lücken im Gedächtnis

Possen der Bürokratie: Das Bundesheer hat ein Auge auf das historische Kriegsarchiv geworfen. Damit droht dem Staatsarchiv die Fragmentierung einer einzigartigen Sammlung


Recherche: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 33/16 vom 17.08.2016

Das Kriegsarchiv ist das bedeutendste Militärarchiv Mitteleuropas und wurde nach dem Ende der NS-Herrschaft ein Teil des Österreichischen Staatsarchivs. Nun soll es wieder herausgelöst und dem Heeresgeschichtlichen Museum (HGM) angegliedert werden.

Diese Information sickerte aus einem Ministerium zum Falter durch. Kanzleramtsminister Thomas Drozda (SPÖ) ist nicht nur für Kunst und Kultur, Verfassung und Medien zuständig, sondern auch für Behörden wie das Bundesdenkmalamt und eben das Staatsarchiv. Aus seinem Ressort heißt es, es gäbe lediglich die Idee einer Reform, die Gespräche hätten noch gar nicht richtig begonnen.

Für Kritiker fällt das Vorhaben in die Rubrik "Possen der Bürokratie". Verlaufen die Gespräche nämlich erfolgreich, würde dem Militär eine wertvolle Quelle historischer Erkenntnis übergeben, denn das HGM fällt in den Zuständigkeitsbereich von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ). Die als Akt republikanischen Selbstbewusstseins beschlossene

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