Wenn die Rechten kommen

In Polen tauschen die Rechtspopulisten die Mitarbeiter im Staatsfunk aus. Im ungarischen Öffentlich-Rechtlichen nennen sie Flüchtlinge "Grenzverletzer". Und die FPÖ plant schon den ORF neu

Medien | Überblick: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 33/16 vom 17.08.2016


Foto: Heribert Corn

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Mein Name ist Bartosz Wieliński, ich arbeite als Redakteur im Auslandsressort der liberalen Gazeta Wyborcza, der zweitgrößten Tageszeitung Polens. Kein Politiker der Regierungspartei PiS (Prawo i Sprawiedliwość, dt.: Recht und Gerechtigkeit) hat einen Einfluss darauf, was wir in unserer Zeitung schreiben; wir sind ihre Gegner. Deswegen machen sie uns das Leben schwer.

Erstens kontrolliert die PiS in der Regierung jene Unternehmen, die dem Staat gehören. Dazu zählen etwa große Energiekonzerne. Diese dürfen nicht mehr bei uns werben. Dasselbe gilt für staatliche Institutionen. Uns entgeht dadurch Geld durch Inserate, das stattdessen in jene Zeitungen fließt, die eng mit der PiS verbunden sind. Das sind Propagandablätter, die von Funktionären der PiS gegründet wurden und in denen keine Journalisten, sondern Parteifunktionäre arbeiten. Seit die PiS an der Macht ist, ist das Inseratenvolumen dieser Zeitungen im Vergleich zum Vorjahr um etwa 200 Prozent angestiegen.


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