Pralles Ding mit Nabel

Paradeiser im Topf: Aufzucht, Pflege und Ernte des beliebtesten Balkongemüses von allen

Stadtleben | Paradeisvogel: Julia Kospach | aus FALTER 33/16 vom 17.08.2016

Den Azteken verdankt das krautige Nachtschattengewächs namens Tomate seinen Namen. "Xitomatl" nannten sie es, was so viel heißt wie "pralles Ding mit Nabel". Schwer zu leugnen, dass das eine ziemlich treffende Beschreibung ist. Daraus wurde in anderen Sprachen Mittelamerikas "tomatl" und schließlich das europäische "Tomate", das aber erst ab dem 19. Jahrhundert in Gebrauch war.

Davor hielt man es im Abendland mit zauberhaften Umschreibungen wie Liebes-, Gold- oder Paradiesapfel für die exotischen Früchte, die irgendwann im Fahrwasser von Kolumbus oder Cortés nach Europa gefunden hatten.

Bis heute gehen es Burgenländer, Wiener und ein Teil der Niederösterreicher noch immer paradiesisch an. Diese Grenze des Wortgebrauchs, die man getrost Paradeiser-Äquator nennen darf, verläuft diagonal durch Österreich: Westlich davon heißt es Tomate, östlich davon Paradeiser. Eines gilt für diesseits und jenseits der Grenze: Die prallen Früchtchen sind das mit großem Abstand beliebteste Gemüse


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