Sport Glosse

Die olympische Partywelt, die Sie gar nicht kennenlernen wollen

Stadtleben | Johann Skocek | aus FALTER 34/16 vom 24.08.2016

Der olympische Rausch ist vorbei. Die geilen Dinger wie die US-Basketballer. Die schlimmen Dinger wie die zugeschissenen Buchten von Rio. Dafür Bilder aus dem Österreich-Haus in Rio, Außenposten der Wirtschaftskammer und Tourismus-Werbung. Um in Österreich Werbung für Rio zu machen. Oder Werbung für Österreich in Österreich. Oder Werbung für Österreich in Rio? Geil, wie viele Schnitzel (2,4 Tonnen), Schinken (1,4 Tonnen), Rundfleisch (0,9 Tonnen) und Mineralwasser (55.000 Flaschen) 75.000 Gäste verdrückt haben. Das ÖOC, eine Wirtschaftswerbungsagentur, die Sportler beschäftigt? Bier? Laut ÖOC-Bilanz nada. Bei einer einzigen Bronzenen auch nicht notwendig. Oder vielleicht gerade dann? Über all der olympischen Schnitzelklopferei fällt mir der legendäre Ludwig "Luigi" DDDDr. Prokop (1920-2016) ein. Er war ein Asket. Er pflegte bei Olympischen Spielen in den Dopingtestlabors zu arbeiten. Seine Forschungen trugen dazu bei, dass Anabolika verboten wurden. Er war ein komplizierter, kompetenter Universitätslehrer und verachtete Wirbel und Wichtigtuerei. Am ÖOC, der Österreichischen Olympischen Compliance, merkt man, welches Loch der "Luigi" hinterlassen hat.


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