"Mit den Büchern kamen die Menschen"

Ursula Seeber leitete über 20 Jahre die Österreichische Exilbibliothek. Ein Gespräch über deren Gegner, Heimweh und Eibischteig

Feuilleton | INTERVIEW: MICHAEL OMASTA | aus FALTER 34/16 vom 24.08.2016

Es war ein feierlicher Abend im Frühsommer, als Ursula Seeber mit einem kleinen Festakt im Souterrain des Wiener Literaturhauses in den Ruhestand verabschiedet wurde. Mehr als 20 Jahre lang hat sie die Österreichische Exilbibliothek geleitet, zahlreiche Prominenz aus Politik und Kultur gab sich die Ehre.

Dabei war der Erfolg der 1993 von Unterrichtsminister Rudolf Scholten auf den Weg gebrachten Institution durchaus nicht gewiss. In seiner Festrede erinnerte der Germanist Klaus Amann daran, gegen welche gesellschaftlichen Widerstände die österreichische Exilforschung sich anfangs durchsetzen musste. Die Presse hatte im Zusammenhang mit Exilliteratur schon auch mal vom "Berg von Karteileichen" geschrieben; und selbst der Falter war von der Sinnhaftigkeit einer eigenen Exilbibliothek keineswegs gleich überzeugt.

Obwohl die finanzielle Ausstattung nie große Sprünge zuließ, konnte Seeber die Exilbibliothek durch persönliches Engagement und eine umfangreiche Veranstaltungstätigkeit als


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