Musiktheater Tipp

Internationales Festival für Neues Musiktheater

HR | Lexikon | aus FALTER 34/16 vom 24.08.2016

Im Wohnbauprojekt Kabelwerk, wo im Zentrum aus einer stillgelegten Fabrik ein Theaterbau mit zwei Sälen als kultureller Nahversorger des 12. Bezirks errichtet wurde, fand sich schon in der Vorjahrssaison der von Georg Steker und Thomas Desi geleiteten Musiktheatertage Wien auch junges Publikum ein, das man in etablierten Opernhäusern nicht so oft findet. Sechs neue Produktionen sind heuer beim Festival vom 30. August bis 11. September im Programm. Eröffnet wird mit einer Koproduktion von NOMAD.theater, Tanzquartier Wien und Zentralwerk Dresden: Opera of Entropy ist ein "postdramatisches" Musiktheater von Jorge Sánchez-Chiong und dem in Wien lebenden Regisseur, Dramaturgen und Installationskünstler Thomas J. Jelinek. Zu erwarten sei eine "Verhandlung unserer Gegenwart vor dem Weltkrisen-Szenario des Zerfalls, entlang der Narrationslinien authentischer Personen. In einer interaktiven Installation, die durch die aktive Anwesenheit des Publikums einen kommunikativen und musikalischen Resonanzraum erzeugt, entsteht als Fraktal unserer Gegenwart eine Gegenwarts-Oper." Mitwirkende sind nicht nur Musikerinnen, sondern auch ein Team von Experten für Medienkunst, Mathematik, Spiel-Programmierung und anderes.

In Kooperation mit Selfmade Music (UK) gibt es dann auch eine Art richtige "Oper": In The Butt, komponiert von Susie Self nach einem kafkaesk-satirischen Roman von Will Self, geht es um Rauchen oder Nichtrauchen und "eine Art Weltflucht". Denn Tom Brodzinski, verkörpert vom Tenor Nicholas Buxton, wollte eigentlich nur mit dem Rauchen aufhören. Als er den Zigarettenstummel über den Balkon seines Hotels wirft, hat das fatale Folgen. Es "stellt unseren Wertekompass in Frage", heißt es in der Ankündigung.

Werk X, Di, Mi, 19.30 (bis 6.9.), Do 10.30 (bis 4.9.)


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