Nüchtern betrachtet

Ich bin der Donald Trump der Mülltrennung


Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 34/16 vom 24.08.2016

Meine ohnedies recht zarte zwangs neurotische Disposition manifestiert sich am auffälligsten in einer Mülltrennungsmanie. Der von Otto recycelte Witz Robert Gernhardts, wonach man für die korrekte Entsorgung eines Teebeutels eigentlich fünf verschiedene Container benötigt (Bio, Normal, Altpapier, Altmetall und Altschnur), löst bei mir kein Gelächter, sondern einverständiges Kopfnicken aus. Ich selbst verwende Teebeutel nur in Frühstücksräumen von Hotels (wo ich die Müllentsorgung ohne großes Vertrauen dem zuständigen Personal überlasse) oder im Falle mit Fencheltee zu lindernden verstärkten Furzdrucks, wobei ich den ganzen Klumpatsch dann auch in die Normalmülltonne kloppe, so anankastisch bin ich dann auch wieder nicht.

Als ich am Tag, an dem die Reinigungsfachfrau kam, nicht nur den üblichen Anfall von hysterischer Putzscham erlitt -"Mein Gott, wie's hier aussieht, das gehört doch erst einmal alles aufgeräumt, bevor da wer saubermachen kann!" -, sondern mich zur Entsorgung

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