Zeit am Schirm

TV-Kolumne


MATTHIAS DUSINI
Medien | aus FALTER 34/16 vom 24.08.2016

Die österreichischen Sportlerinnen und Sportler haben keine Häme dafür verdient, dass sie bei den Olympischen Spielen in Rio so schlecht abgeschnitten haben. Im Gegensatz zu manchen Medien können Läufer-oder Schwimmteams nämlich nicht einfach auf verdiente Kräfte zurückgreifen, die einspringen, wenn es bei den Newcomern nicht so gut läuft. So wie der ORF, der die 78-jährige Moderatorenlegende Sigi Bergmann aus dem Ruhestand holte und die olympischen Boxkämpfe kommentieren ließ.

Bergmann war selten zufrieden mit einem Fight. Zwei Kontrahenten führten sich in seinen Augen auf wie zwei raufende Burschen unter einem Maibaum, die mehrere Krügeln intus hatten. Die Namen der Olympioniken schienen ihm nicht so wichtig, er sprach davon, dass "der Blaue dem Roten" eine reinhaut. Meist wurde ihm zu wenig geboxt und zu viel Show gemacht. Bergmann legte die Latte hoch, sein Ideal war Muhammad Ali, damals noch Cassius Clay, der 1960 in Rom die Goldmedaille gewonnen hatte. Beim Rumble in Rio war Bergmann der Champion.


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