Lass doch die Sau raus!

Fleisch vom Biohof Labonca gilt unter Spitzenköchen als beliebtes Qualitätsprodukt -und setzt auch in Sachen Bio hohe Maßstäbe

Landleben | REPORTAGE: GERLINDE PÖLSLER | aus FALTER 34/16 vom 24.08.2016


Foto:  Robert Kalb/picturedesk.com

Foto: Robert Kalb/picturedesk.com

An einem heißen Tag wie diesem schleppt jeder sich herum, will nur ins Kühle. Das Schwein so wie der Mensch. Auf der Weide fläzen einige der fleckigen Borstenviecher im Schatten ihres Unterstands und dösen. Die anderen haben sich bis über den Bauch in den Teich versenkt und rühren sich nicht. Auch der Besuch ist ihnen egal. Erst als Norbert Hackl ihnen Äpfel entgegenhält, kommt Bewegung in die Gruppe. „Menschen interessieren sie nicht“, sagt er. „Warum auch, sie haben da ja alles, was sie brauchen.“ Naja, ein bisschen interessieren sie die Menschen doch. So viel, dass sie grunzend an Taschen und Schuhen knabbern, so viel, dass ein paar aus der Schlammkuhle steigen und sich schütteln, dass die Batzen fliegen.

„Labonca“, das ist der altslawische Name der Lafnitz, die hier fließt. Der Betrieb im oststeirischen Thermenland hat sich in den letzten Jahren als starke Marke etabliert – über Österreich hinaus. Das Seminarhotel Retter in Pöllauberg wirbt genauso mit Labonca-Fleisch wie die Thermen Waltersdorf und Blumau, das Tim-Mälzer-Lokal am Wiener Stubenring und die in Berlin weilende Starköchin Sarah Wiener. Der Betrieb heimst für seine Fleischqualität Auszeichnungen ein und erhielt auch 2010 den Österreichischen Tierschutzpreis. Josef Troxler, Chef der Abteilung Nutztierhaltung an der Vetmeduni Wien, schaut regelmäßig mit Studierenden vorbei. Die Hackls gehen mit ihren 440 Freilandschweinen und den Rindern weit über alle Bio-Standards hinaus. Auch beim Schlachten, wo gern verdrängt wird, dass biologisch gehaltene Tiere auf genau denselben Schlachthöfen landen wie alle anderen auch und dort genauso im Akkord in den Tod getrieben werden.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige