Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 34/16 vom 24.08.2016

Pop

Outer Space: Chase Across Orion

Der Bandname ist ein bisschen gar forciert. Von wegen: Soundabenteurer, die aus fremden Galaxien berichten, die nie zuvor ein Mensch blabla. Doch kein falsches Naserümpfen, Outer Space ist ein lässiger Haufen. Das spanische Septett (drei Bläser, Gitarre, Bass, Perkussion, Schlagzeug) spielt mit jazzigen Wurzeln und Funk in der Hinterhand instrumentale Soundtrackmusik im Stil der 1970er, zu der man natürlich Bilder von Weltraumabenteuern imaginieren kann. Einfach tanzen geht aber auch. (Tucxone) GS

Pop

The Boys You Know: Elephant Terrible

Die Wiener Gitarrenband um Thomas Hangweyrer erinnert mit ihrem hübschen dritten Album an eine verlorengegangene Tugend: The Boys You Know wollen nicht cool oder clever rüberkommen, sondern in erster Linie selbst eine gute Zeit haben -die Leute werden schon merken, dass sie gute Songs zwischen 90er-Indierock und 70s-Westcoast-Genudel im Angebot haben. Wäre es etwas glatter produziert, könnte manches hier auch auf Radio Wien laufen. Das war ein Kompliment. (Wohnzimmer) SF Live am 26.8. im B72

Jazz

Fred Frith Trio: Another Day in Fucking Paradise

Eitelkeit kann man dem Briten, der beinahe seit einem halben Jahrhundert eine Schlüsselrolle auf dem weiten Feld zwischen Artrock und Avantgarde innehat, kaum nachsagen, und auch hier spielt er sich nie als Gitarrero auf, sondern fügt sich ins jeweilige Konzept der insgesamt 13, meist recht kurzen Stücke zwischen ruppiger Punk-Jazz-Attitüde und atmosphärischer Klanglandschaftsmalerei. Insgesamt wirkt das Album aber auch etwas willkürlich und unstrukturiert, quasi Free-Improv nach Vorschrift. (Intakt) KN


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