Watchdog

Ein Lobbyist finanziert das Magazin Datum


FLORIAN KLENK
Medien | aus FALTER 34/16 vom 24.08.2016

Die Monatszeitschrift Datum wird ab Oktober wieder erscheinen. Chefredakteur Stefan Apfl hatte heuer die Titelrechte vom Voreigentümer Horst Pirker übernommen und suchte nach Personal und Investoren. Als Chefin vom Dienst wurde Patricia Käfer engagiert, die zuvor im Medienhaus Wien arbeitete. Betrieben wird das Blatt nun von der Satzbau GmbH, die Apfl gemeinsam mit Martin Mühl von "Monopol Medien" (The Gap) und dem Lobbyisten Alexander Zach, Ex-Chef des LiF, gründete.

Zach kam 2010 in die Schlagzeilen, weil er von Strabag-Bau-Tycoon Hans Peter Haselsteiner 15 Millionen Euro Provision erhielt. Wie in einem OLG-Beschluss nachzulesen ist, soll das Geld an ungarische Entscheidungsträger geflossen sein, damit die Verstaatlichung eines Strabag-Autobahnprojekts verhindert werde. Zahlungen seien über Offshore-Konstrukte erfolgt, die "klassisch dem kriminellen Muster zur Verschleierung von tatsächlichen Empfängern entsprechen". Da die Zahlungen einen legitimen Zweck (Abwehr einer Verstaatlichung) verfolgten, seien sie aber nicht strafbar, das Verfahren wurde eingestellt.

Datum-Chefredakteur Apfl betont, Zachs Deals seien von der Justiz untersucht und für straflos befunden worden. Zach habe keinen Einfluss auf die Redaktion.


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