Landrand Ruralismus

Land der Fitten

Landleben | aus FALTER 34/16 vom 24.08.2016

Noch vor gar nicht allzu langer Zeit war Bewegung um der Gesundheit willen in erster Linie ein urbanes Phänomen. Soll heißen, es waren vor allem vom Mausarm Gequälte und vom Bürosessel Gebeugte und der Großstadt Überdrüssige, die vor, nach und zwischen den sitzenden Tätigkeiten Fitnesscenter besuchten. Warum auch sollte der Landwirt, der sich von frühmorgens bis spätabends körperlich abrackert, in seiner knapp bemessenen Freizeit in die Jogginghose schmeißen? Wenn, dann keine halben Sachen, sondern gleich hinauf auf den Berg! Oder das Schöne mit dem Nützlichen verbinden und jagen, angeln oder Schwammerln suchen gehen.

Im vergangenen Jahrzehnt hat sich das Freizeitsportverhalten in der Provinz aber merkbar verändert: Inzwischen findet sich in fast jedem Kaff ein Fitnessstudio, in dem Bauch, Bein und Po oder Sixpacks trainiert werden. Nun powerwalkt auch die Mostbäuerin in aller Frühe mit den Nachbarinnen eine Runde, der Kirchenwirt geht nach der Sperrstunde noch schnell laufen, und die Milchbäuerinnen, nachdem sie die Melkmaschine abgehängt haben, zum Zumba. Hecheln zum Puls der Zeit.


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