Der Schulmeister der Europäischen Union

Politikwissenschaftler Hans Kundnani analysiert in "German Power" die deutsche Rolle in Europas Geschichte

REZENSION: RUDOLF WALTHER | Politik | aus FALTER 34/16 vom 24.08.2016

Der Politikwissenschaftler Hans Kundnani diskutiert in seinem Buch das paradoxe Phänomen, dass das ökonomisch starke Deutschland sein politisches Potenzial weit weniger mobilisiert als sein wirtschaftliches. Er prägte für dieses Paradoxon den Begriff "Halbhegemonie" und verfolgt das Charakteristikum der deutschen Frage in der europäischen Geschichte zwischen der Reichsgründung und der Gegenwart in sechs chronologisch aufgebauten Kapiteln und einer Zusammenfassung.

Der Begriff "Halbhegemonie" stammt vom deutschen Historiker Ludwig Dehio (1888-1963) und meint die Tatsache, dass das Kaiserreich "nicht mächtig genug" war, "um den Kontinent dem eigenen Willen zu unterwerfen, doch zugleich mächtig genug, um von anderen Mächten als Bedrohung wahrgenommen zu werden". Aber schon in den Jahren nach 1880 begann in den wissenschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Eliten das, was Geoff Eley den "empire talk" genannt hat - so heißt das muntere Fabulieren von liberalen Imperialisten,

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