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Türkei: Die nächste Zeitung wurde gestürmt

Medien | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 35/16 vom 31.08.2016

Diyarbakır ist eine Millionenstadt im Südosten der Türkei; in der Auseinandersetzung zwischen der türkischen Regierung und den Kurden ist sie zum Brennpunkt geworden.

Vergangenen Samstag explodierten vier Raketen auf dem Gelände des dortigen Flughafens - die Regierung machte militante Kurden dafür verantwortlich. Am Sonntag stürmte die türkische Polizei die kurdischsprachige Tageszeitung Azadiya Welat. Das meldet die österreichische Nachrichtenagentur APA mit Berufung auf den prokurdischen Fernsehsender IMC TV. Alle 27 anwesenden Journalisten in der Redaktion von Azadiya Welat seien festgenommen worden. Begründung der Behörden: Es habe "eine terroristische Vereinigung" stattgefunden.

Der Schlag gegen Azadiya Welat ist eine weitere Episode im repressiven Vorgehen gegen die Medienfreiheit unter dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Erst Mitte August hatte ein Gericht die vorübergehende Schließung der prokurdischen Zeitung Özgür Gündem angeordnet. Grund: Das Blatt habe angeblich Propaganda für die kurdische Arbeiterpartei PKK gemacht, die in der Türkei verboten ist. Schon davor war gegen die Journalisten wegen Terrorpropaganda ermittelt worden.


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