Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Graupert von Meinklang

Wildreben bringen einen verführerisch wilden Wein hervor

Stadtleben | BT | aus FALTER 35/16 vom 31.08.2016

Das Terroir! Der Boden, auf dem der Wein wächst. Weinkenner lieben es, darüber fachzusimplen, wie sich die Geologie eines Weingartens im Rebensaft wiederfindet. Mindestens genauso wichtig ist die Pflege und der Schnitt der Reben.

Der "Graupert" der Winzerfamilie Michlits aus Pamhagen im Seewinkel behauptet sich im rasant wachsenden Markt an biologischen Weinen mit einer ganz besonderen Eigenart. Er stammt aus Weingärten, die völlig naturbelassen geblieben sind. Die Reben, von Natur aus Lianengewächse, werden meterlang, wachsen wie im Dschungel und müssen mit der Stehleiter geerntet werden. "Graupert" ist burgenländisch und heißt übersetzt "wild" und "unfrisiert".

Die Michlits sind absolute Biowein-Pioniere. Früher produzierte man am Gut namenlose Fassweine. Mitte der Nullerjahre übernahmen Angela und Werner Michlits den Betrieb und stellten auf biologisch-dynamische Landwirtschaft mit Demeter-Zertifizierung um. Eine eigene Angusrinderherde liefert den Kompost für die Weingärten.

Ihr wilder Grauburgunder trägt mehr Trauben mit kleineren Früchten als üblich. Der Ernteertrag fällt daher geringer aus, das Aroma der Trauben -wegen des hohen Hautanteils -intensiver. Der Graupert 2015 ist trotzdem ein trockener Wein, frisch, lebhaft, füllig, mit dem Duft reifer Melonen. Einzigartig -für ebensolche Anlässe.

Rezensierte Getränke wurden der Redaktion fallweise umsonst zur Verfügung gestellt


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