"Man kann sich sein Volk nicht wählen"

Was gibt es hier schon zu reformieren? Klaus Albrecht Schröder, Direktor der Albertina, über die Museumspläne des Kulturministers, die Affäre Husslein und die Suche nach seinem Nachfolger

Feuilleton | INTERVIEW: MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 35/16 vom 31.08.2016


Foto: Heribert Corn

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Ende Juli kündigte Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) eine Reform der Bundesmuseen an. Dieser Schritt erschien dem Politiker notwendig, nachdem im Zuge der Affäre um die Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco Defizite sichtbar geworden waren. Die Managerin soll dem Museum private Reisen verrechnet und Mitarbeiter für private Aufgaben herangezogen haben. Eine bessere Kontrolle würde solche Pannen verunmöglichen, so die Einschätzung Drozdas.

Was sagt Klaus Albrecht Schröder, der Direktor der Grafischen Sammlung Albertina, zu dieser Idee? Die Albertina steht unter seiner Leitung für ein staatliches Museum, das wie ein privates Unternehmen agiert. Als der Kunsthistoriker das Haus 1999 übernahm, stand es kurz vor der Pleite. In wenigen Jahren baute Schröder das vor allem als Forschungszentrum genutzte Museum in eine Ausstellungsmaschine um und machte das Palais des Sammlungsgründers Albert von Sachsen-Teschen (1738–1822) zur touristischen Attraktion. Der Falter traf einen erstaunlich entspannten Museumsdirektor, der diesmal sogar auf die für ihn typischen Superlative verzichtete.


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