Kommentar Gesellschaft

Die Kritikerinnen des Burkiniverbots machen es sich zu leicht

Falter & Meinung | BARBARA TÓTH | aus FALTER 35/16 vom 31.08.2016

Kann man - nicht nur als Feministin -gegen alles sein, wofür Verschleierung steht, und trotzdem uneingeschränkt für das Recht von Frauen eintreten, sich zu verhüllen, wie und wo sie wollen? Kann man also den Burkini aus feministischer Sicht ablehnen, sein Verbot aber nicht? Nein, das kann man nicht.

Diese Frage stellt sich nicht erst, seitdem die Polizei in Nizza letzte Woche begonnen hat, verhüllte Frauen an Stränden abzustrafen. Französische Höchstrichter haben das Burkiniverbot inzwischen ausgesetzt. Die Freiheit von Frauen, ihre Badekleidung frei zu wählen, könne nur bei "erwiesenen Risiken" für die öffentliche Ordnung eingeschränkt werden.

Kritikerinnen, die darüber höhnten, dass sie in Nizza oder einer der anderen 14 Städte der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur nicht mehr im Wet-Suit oder Neopren-Anzug am Wasser hätten liegen können, machen es sich trotzdem zu leicht. Der Burkini ist kein züchtigerer Badeanzug, er ist nicht einmal besonders praktisch zum Sporteln.


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