Prinzen, Prolls und Preiselbeeren

Der Semmering ist der erste Berg nach der Ebene und eine Großstadtim Hochgebirge. Besuch in einer Versuchstation der Moderne


EXPEDITION: MATTHIAS DUSINI
FEUILLETON | aus FALTER 36/16 vom 07.09.2016


Foto: Stela Pancic

Foto: Stela Pancic

Der Maler Christian Ludwig Attersee ist Herr über Licht und Finsternis. In seiner von 1883 bis 1896 erbauten Villa auf dem Semmering schlucken Teppiche und Holztäfelungen den Tag. Das benachbarte moderne Ateliergebäude hingegen lässt die Sonne herein. Der Künstler malt im Schatten des grellen Lichts, eine Stimmung, die die Farben besonders zur Geltung bringt.

Der 76-jährige Künstler kommt seit Jahrzehnten auf den Semmering. 1990 kaufte er eine der zahlreichen, von ihren vormaligen Besitzern vernachlässigten Villen. Attersee zahlte für das Gebäude, das zuletzt als Kinderheim genutzt wurde, zusammen mit einem großen Garten und einem uralten Bauernhaus etwa vier Millionen Schilling, also rund 290.000 Euro. Weitere Mittel flossen in die Renovierung.

Der Semmering ist der erste Berg nach der Ebene, ein Denkmal der Freizeitindustrie und eine Stadt zwischen dunklen Wäldern und schroffen Felsen. Attersee hatte seine große Zeit in den 1980er-Jahren und erwarb vom verdienten Geld gleich mehrere Residenzen: in Wien, im Südburgenland, auf Mallorca und eben auf dem Semmering. Wenn er über die Vorzüge seines Landsitzes spricht, denkt sich der Gast: Warum gibt es nicht mehr reiche Menschen, die sich in den Alpen in der Nähe der Großstadt niederlassen wollen?

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