Heidi List Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Schnick

KOLUMNEN | aus FALTER 36/16 vom 07.09.2016

Bodymemory ist so eine Sache. Zum Beispiel war ich nie empfindlich, was Bootsausflüge betraf. Nur einmal habe ich's übertrieben und segelte drei Tage lang bei lustigem Seegang in Australien bei den Whitsunday Islands herum. Von denen ich nicht viel sah, denn ich hing reihernd über der Reling. Seitdem werde ich sogar im Bus seekrank. Aus die Maus. Ähnlich ging es mir bei Porno.

Als Teenager habe ich immer in Büchern nach "Stellen" gesucht und war interessiert an guten Sexvideos. Bis ich dann auf diesen einen zu argen, wirklich widerlichen Porno gestoßen bin. Seitdem ist mein Gemüt empfindlich, ich halte das Plastikgestöhne nicht aus. Deswegen sind die Alternativprojekte der Kölner Regisseurin Maike Brochhaus nun eine Wohltat. Sie macht ehrliche Sexfilme mit ohne Dauerständer und "glattrasierten, durchtrainierten Androiden", wie sie sie nennt. Es wird also miteinander geschlafen, ehrlich gestöhnt, und man sieht so aus, wie man aussieht, in aller Ehrlichkeit und Herrlichkeit des Lebens und der Schwerkraft. Ich habe zwar bisher nur die Trailer gesehen, aber mir war ganz und gar nicht schlecht.


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