Nüchtern betrachtet

In meiner Unterhose läuft etwas falsch

FEUILLETON, FALTER 36/16 vom 07.09.2016

Hinsichtlich der Möglichkeit frohsinnigen Verdämmerns und Verblödens, die gern in "warmherzigen Filmkomödien" vorgeführt werden, bin ich skeptisch. Ich glaub, das reden wir uns alle ein, weil man die Existenz erleichterungslosen Elends ungern wahrhaben will. Man fühlt sich nicht gut dabei, denn zum einen verdirbt einem die Pein der anderen die Partylaune, zum anderen tut dies die Aussicht, dass einem selbst Ähnliches widerfahren mag, erst recht.

Jahrzehntelang war ich der Einzige in meiner Familie gewesen, der lediglich aus modischer Affektiertheit eine Brille trug. Dann kam die kurze Phase, in der es auf einmal "ein schlechtes Licht" gab, und mittlerweile geht ohne Lesebrille gar nichts mehr -wobei die "Schriftgröße", in der die Pflegesymbole auf die rapide ausbleichenden Waschanleitungseinnäher gedruckt werden, ein unwiderlegbares Indiz dafür darstellt, dass Textil-und Sehbehelfindustrie unter einer Decke stecken. Mit dem Hören wird's, wie man hört, auch nicht besser. Mit

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