TV-Kolumne

Zeit am Schirm

MEDIEN | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 36/16 vom 07.09.2016

In Kriminalfilmen geht es nicht nur um Mord, sondern auch um Tourismus. Die landschaftlichen Reize eines Tatorts und nicht die mehr oder weniger öden Ermittlungen eines Kommissars oder einer Kommissarin erzeugen jenen Thrill, der das Publikum vom Weiterzappen abhält. Die schwedische Miniserie "Mord im Mittsommer" spielt auf einer Schäreninsel in der Nähe von Stockholm und hat den Inspektor Thomas Andreasson zum Protagonisten, der in dem Ferienort Fälle zu lösen hat.

Tagsüber gehen die Insulaner segeln und fischen. Im Norden wird es auch in der Nacht nicht richtig finster und so sitzen sie in der ewigen Dämmerung vor ihren schmucken Holzhäuschen und wärmen sich die Hände an Teetassen. Die Figuren von "Mord im Mittsommer" sehen so gut aus, als wären sie vom örtlichen Fremdenverkehrsverband gecastet. Thomas trifft seine schöne Schulkameradin Nora wieder, aber es braucht mehrere Morde, bis der kommissarie auf die richtige Spur kommt. Da ist der Urlaub des TV-Publikums in den Sommernachtstraum bereits gebucht.


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