Oberflächlich und schenkelklopfend

Die medialen Reaktionen auf Heinz Mayers Kritik an der Wahlaufhebung durch den Verfassungsgerichtshof sagen viel über unseren Journalismus aus

EINSSPRUCH: HARALD WILFING
POLITIK, FALTER 36/16 vom 07.09.2016

Hat dereinst, im 18. Jahrhundert, Charles de Montesquieu das Prinzip der Gewaltentrennung zwischen Legislative, Exekutive und Judikative als Fundament einer freien Gesellschaft bezeichnet, war es, wenig später, Jean-Jacques Rousseau, der die Presse als vierte Säule des Staates darstellte. Gegenwärtig wird ja schon von den sozialen Medien, den "vernetzten Vielen" als fünfter Gewalt gesprochen.

Sind die Wirkprinzipien der ersten drei Gewalten im Laufe der Zeit zur Genüge beleuchtet und hinterfragt worden, ihre Nutzung wie auch ihre Ausnutzung in verschiedenen politischen Systemen analysiert, mangelt es hierzulande derzeit manchen handelnden Personen der vierten Gewalt, bei denen man es nicht unbedingt erwarten würde, an Differenziertheit.

Freilich, die Macht (und Ohnmacht - im Falle ihrer Zensur) der Medien ist ebenfalls umfassend dokumentiert. Zahlreich sind die Beispiele der Verführung von Konsumentinnen und Konsumenten durch deren manipulative Kraft. Schon ab 1865 erschien, mit dem

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