Pressekolumne

Wie gedruckt

MEDIEN | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 36/16 vom 07.09.2016

Es gibt Menschen, die begleiten einen das ganze Leben. Sie geben einem Halt; wie unverrückbare Felsen stehen sie im Ozean der Öffentlichkeit. Sie ändern sich nie, sie werden nur älter. Richard Lugner ist einer von ihnen. Wenn der Baumeister vor Kameras seine Zoten reißt -am liebsten in Anwesenheit schöner Frauen -, vermittelt er einem das Gefühl von Sicherheit. Wirtschaftskrise, Bankenkrise, Asylkrise, Krisenkrise -komme, was da wolle. Lugner bleibt ordinär.

Oder Michael Jeannée, der seit Jahrzehnten das Gleiche schreibt. Er reflektiert selbst dann nicht, wenn die Sonne strahlt und eine Welle an Argumenten über ihn schwappt. Alles, was Jeannée dann macht, ist schäumen. Wenn zwei dieser Immergleichen aufeinanderprallen, etwa wenn der alte Herr von der Krone über den alten Herrn von der Mischmaschine schreibt, dann gibt es nichts zu befürchten. Am Sonntag würdigte Jeannée Lugner. Liebevoll beschrieb der Krone-Rechtsaußen, wie der Baumeister das Fernsehbild seiner Frau streichelte. "Das war für mich der Höhepunkt des Abends", schrieb Jeannée. Auch Felsen haben Gefühle.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige